Amazonen ( 38/ger )neu

Juli 4, 2009 at 21:16 (5584, Allgemein, Allgemeines, Angst, Blog, Drama, Erinnerungen, Freiheit, Gedanken, Gefühle, Geschichten, Gewalt, Liebe, Literatur, Lovestory, Sehnsucht, Träume, schreiben) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

7.Kapitel : Stillschweigen

Irgendwie konnte Joanie wie ein Stein schlafen und das kleine Mädchen, tat es ihr gleich. Christos Pulsfrequenz war hoch und von Müdigkeit keine Spur.
„Es ist so unwirklich!“ Christo hielt Amelie im Arm und war stolz. Seine Stimme war ruhig, wie immer wenn er Ärger vermeiden wollte..
„So klein und verletzlich wart ihr alle.“ David stand neben ihm.
„Schwer vor zu stellen!“ Er hob sie hoch und blickte in ihr kleines zerknautschtes Gesicht. „Gibt es was schöneres?“ Amelie öffnete ein kleines bisschen die Augen und Christos Aufregung war kaum zu überhören, so laut klopfte sein Herz. Er war frisch verliebt.
„Schon eine Ahnung wie ihr es demnächst regelt?“
„Joanie wird mit ihr zu Kim gehen. So ist es am Besten für uns alle!“
„Mit dem Baby?“
„Natürlich. Ich hab keine Zeit geschweige denn Ahnung was ich machen soll!“ Für Christo war es selbstverständlich das sie die Frau um die Belange der Kinder zu Kümmern hatte.
„Ihr … Joanie weis doch genauso viel wie du von Kindererziehung…“
„Und was ist mit Pauline und dir… du arbeitest auch und sie bleibt zu Hause!“
„Unsere Situation ist ganz anders wie eure!“
„Wenn es nach mir gehen würde, ich wollte sie lieber heute als morgen in meiner Nähe haben. Aber ihre Freihheit kann ich ihr nicht wegnehmen.“
„Du liebst sie? Doch jetzt gibt’s noch das Würmchen!“
„Ich brauche sie, auch wenn wir uns kaum sehen. Ich will sie nie mehr loslassen oder ohne sie leben müssen. Sie kann gemein sein, herrisch und irgendwie steh ich drauf!“ Verschmilzt hielt er sich die Augen zu.
Christo wollte im Krankenhaus bleiben bis Joanie entlassen werden würde, bis dahin wären es noch ein paar Stunden aber er blieb. Mittlerweile hatte Joanie auch die kle ine Zimmergenossin bekommen.
Die Kleine hielt beide wach und Christo bekam sein Mädchen in die Hand gelegt. Er wußte nicht mal wie man sie richtig hielt. David der sie einige Zeit beobachtet hatte, wurde von Laurent abgelöst und zeigte beiden wie es der Profi machte. Sie war so leicht und er blickte auf Amelie wie Christo es getan hatte. Er weinte etwas vor Freude, entweder war er ernst oder stocksteif, aber in diesem Moment hätte er die Sterne vom Himmel geholt.
„Wußte gar nicht das du so was Hübsches zu Stande bringen kannst!“
„Ist wohl nicht mein Verdienst alleine!“ Christo beugte sich zu Joanie.
„Wie kannst du nur Witze reissen?“ Sie küßten sich, ungewohnt und doch waren ihre Berührungen sehr vertraut.
„Ich hab sie zur Welt gebracht, ich darf tuen und lassen was ich will!“
„Gut du hast das gut gemacht!“
„Wir haben das gut gemacht. Gib sie her!“
„Ich liebe dich, hab ich dir das schon mal gesagt?“
„Du sagst es zu wenig! Bitte Chris nicht.“ Laurent erinnerte diese Art von Joanie an Maria. Bei ihnen wäre nach dieser Abfuhr das Thema erledigt, aber Christo sprach in jedem zweiten Satz davon wie sehr er sie liebte.
Christo reichte Joanie die Kleine, als er ganz plötzlich zurück wich. Ihre Brüste waren so sehr geschwollen, das er sichtlich Angst hatte Joanie zu berühren.
„Man sind die groß geworden, ist das normal?“ Er war neugierig, schüchtern und wollte alles wissen. Laurent musste was tröstliches sagen, denn Schritt für Schritt schien Christo mehr auf der Flucht, bis er gestoppt wurde. Joanie legte das Baby an.
„Die werden wieder kleiner… eigentlich schade!“ Das er es aussprach, daran wollte Christo nicht denken. Wie dachte er von ihr. Ob er sie schon mal so gesehen hatte.
„Papa?“ Sie gehörte zu ihm, niemand durfte sie berühren oder so geifernt ansehen.
„Es tut weh wenn sie nicht trinkt, also wir brauchen Ruhe! Vielleicht schnappt ihr etwas frische Luft!“ Christo fiel es schwer seinen Blick abzuwenden. Ihm war klar das da dieser kleine hilflose Mensch war, und selbst mit ihm fiel es ihm schwer, sie zu teilen. Er schien geschockt noch mehr wie von der eigentlichen Geburt. Warum war er auf ein Mal so eifersüchtig auf dieses kleine gierige Wesen, was er doch vom ersten Anblick so geliebt hatte.

Nach einem weiteren Tag wurden sie aus dem Krankenhaus entlassen. Christo lungerte vor seinem alten Zimmer herum, bevor er sich entschloss sein Versprechen Laurent gegenüber zu brechen. Er betrat das Zimmer. Maria hatte es wieder hergerichtet wie es einst ausgesehen hatte, mit dieser schrecklichen rosa Tapete mit weisser Hasenbordüre in jedem Detail glich es seiner Erinnerung. Joanie Ruhe das sah er ein, das er sie beobachtete es änderte doch nichts.

„Christo?“ Laurent fand ihn auf dem Zimmer und es lag merklich Unruhe und Ärger in der Luft. „Komm mit raus!“ Die Zeit war zu kurz und schnell vorbei. Christo flüchtete und Laurent packte ihn am Arm.
„Lass mich in Ruhe!“ Er flüchte ins Bad um seine Sachen für die nächsten Wochen zu packen.
„So böse? Weißt du wer wütend sein sollte? … Joanie auf dich! … Aber nein sie hat mich heute Mittag gebeten dich zu fragen was der Grund ist.“
„Nichts!“
„Nehm ich dir nicht ab! Und so wie jetzt was ist?“
„Lass mich in Ruhe!“
„Nein Christo, rede!“
„Mittlerweile ist es mir egal … Mama hat mich gesehen als ich vor Joanies Zimmer gewartet habe …“
„Ja?“
„Sie hat mir gedroht, wenn ich mir meine Zukunft mit einem Kind versauen würde. So war sie noch nie zu mir.“ Laurent konnte nicht glauben wie gut Joanie die Situation eingeschätzt hatte. : „Heut zu Tage, hat sie gesagt, kann man keine Kinder haben. Joanie akzeptiert sie nur wegen dir, hab ich das Gefühl. So war sie noch nie zu mir und wenn sie so weiter macht, kann ich Mama nicht mehr lieb haben… Ich hatte mir vorgenommen, ja heute sag ichs ihr … aber ich hab zu grosse Angst …“
„ … sie wird dir nichts mehr tuen …“ Das er es auch nicht über sich gebracht hatte verschwieg er.
„ …ich will sie bei mir haben … meine Familie … du kannst das machen …“
„Wie lange willst du das noch spielen!“
„Bis ich mich sicher fühle und ihr ohne Furcht gegenüber stehen kann. Hier es ist euer Heim mit euren Regeln und auch du kannst uns nicht ewig Beschützen!“

Christo und Joanie machten einen langen Spaziergang samt Kinderwagen drehten sie die erste Runde. Sie mussten Reden, auch wenn es unangenehm werden würde.
„Wenn ich dich fragen würde ob du mich heiratest?“
„Ich und dich heiraten, was denkst du wer du bist?“
„Ja es ist noch Zeit bis dahin aber du liebst mich hast du gesagt!“
„Moment … das sind zwei vollkommen verschiedene Sachen.“
„Na wir bleiben doch jetzt zusammen!“
„Christo? Wir sehen was kommt!“ Joanie fühlte sich wohl wie es war.
„Ich möchte das ihr zu mir zieht und das …“
„Kommt nicht in Frage … du bist ein Träumer … ich hab es hier sehr gut. Ich werde bemuttert von Maria und Laurent. Ich fühl mich zu Hause.“
„Dann sagen wir Mama heute die Wahrheit …“
„Nur zu…“ Bei einem war sie sicher, die Männer dieser Familie bewahrten Geheimnisse und sie spielte ihre Karte der Unschuld aus. „… mach nur jeden den du magst unglücklich! Es ist besser zu schweigen. Wir lassen alles wie es ist…“ Sie küßte ihn und klimperte mit den Augen.

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