Im Schatten der Nacht ( 55/ger ) neu / Ende

Mai 10, 2009 at 08:54 (5584, Allgemein, Allgemeines, Angst, Blog, Drama, Erinnerungen, Freiheit, Gedanken, Gefühle, Geschichten, Gewalt, Liebe, Literatur, Psychothriller, Sehnsucht, Träume, schreiben) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

„Für uns heißt es dann wohl Aufwidersehen und nicht bis morgen!” Sie lief mit kleinen Schritten die größer wurden los.

„Caroline!” Erik verstummte, sah zurück wie Jona seine blöde Schachtel wichtiger war als er. Dann stieß ihn jemand zu Boden, es war Ben, der wie Erik auch kurz vom Ziel gescheitert war. „Man!”

„Spinnst du? Vor allen Leuten?”

„Halt dein Maul!” Erik drehte sich auf den Rücken blieb liegen, versteckte unter seiner Hand, die Augen die die Wahrheit erkannt hatten. Er atmetze tief duch: „Scheiße!”

„Reg dich ab! Kommst du mit bei Daniel ein paar Bierchen zischen . Seine Eltern sind nicht da und er hat uns endgeile Filme und Heftchen versprochen!” Ben half Erik auf.

„Wer ist noch alles da, drei vier Mann, die Clique eben und ?”

„Na hoffentlich hast du nicht zu viel versprochen, Ich brauch jetzt die totale Ablenkung sonst geh ich noch zu Grunde!”

„Spätestens in einer Wochen gibt Micha ´ne Patty und die übertrifft alles!”

„Das heißt Party!”

„Nein Patty, die pure Gelegenheit zum Schleckern!”

„Hört sich fast so an als wärst du wieder auf ´n Trip!” Ben holte Erik´s Kopf dicht an den seinigen und fuhr mit den Zeigefinger eine gerade Linie von der Nase, über die Lippen bis zum Kinn.

„Psst! … verrat´s keinem, dann kriegst du auch was!”

„Bitte nur vom Feinsten!”

„Du kennst mich! Nur das Beste!” Arm in Arm zogen sie davon um bei Daniel richtig schön zu feiern.

Erik war einer der ersten der vom Gestank geweckt wurde, ihm war Schlecht und die Chemiekeule hatte ganz schön reingezogen. Immer noch war er dicht. Er war zu schnell vom Sofa aufgestanden und alles drehte sich. Er schaukelte in alle erdenklichen Richtungen, doch für dort wo er hin wollte, brauchte er über fünf Minuten. Aber er hatte sich zu früh gefreut Waschbecken, sowie Dusche waren schon belegt und er taumelte zurück ins Wohnzimmer, stolperte über den Stubenhocke, knallte auf den Dielenboden und blieb liegen. Bis Daniel in Stunden später wach macht. Es war alles sauber, die Wohnung gelüftet.

„Wird Zeit das du wieder da bist!”

„Hhm!”, brummte Erik ein Filmriss überschattete seine Gedanken.:”Mein Schädel brummt vielleicht!”

„Kein Wunder! Hast heute Nacht ganz schön zu gelangt.”

„Ich hab keine Ahnung von nicht mehr!”

„Ben und Karina habens wie die Karnickel getrieben!”

„Hey hör auf!”

„Nein ernsthaft! Du hast sie doch selbst verwarnt, sie sollten über die Folgen nachdenken was das mit sich bringt über eine Stunde hast du die vollgelabert.”

„Oh – Gott nein das hab ich nicht! Hoffendlich lauf ich denen nicht über den Weg! Warum musstest du mir das erzählen, es gab bestimmt einen Grund dafür das ich es vergessen hab. Ich brauch einen Kaffee!”

„Da bist du an der falschen Adresse ich schmeiß dich jetzt raus, hast schließlich lange genug gepennt!”

„Uhrzeit!”

„Fünfzehn dreissig!”

„Oh man ich muss wirklich los. Ne super Party obwohl nicht mehr die geringste Checkung hab, was überhaupt gelaufen ist.

Den restlich Nachmittag verbrachte Erik in dem er vor Carolines zu Hause rum hing und alle paar Minuten versuchte mit ihr zu sprechen ohne Erfogt, dann schritt Katleen ein.

„Willst du nicht nach Hause gehen!”

„Es ist wichtig ich muss sie sprechen!”

„Bitte geh und mach die Sache nicht noch schlimmer! Warum begreifst du nicht, dass sie nichts mehr mit dir zu tun haben will!”

„Weil es nicht so ist. Laß mich mit ihr sprechen!”

„Nein! Und probier es erst gar nicht weiter!”

„Was schreckt dich so ab vor mir? Du bist es doch die nicht will das ich Caro wiedersehe! Und dir habe ich vertraut!” Die Tür schlug zu. Erik´s Eltern hatten Nicolas gebeten mit Erik zu reden.

„Es hat keinen Sinn.” Er stand am Treppenabsatz.

„Woher willst du das wissen?”

„Es ist so glaub mir!”

„Das ist Blödsinn, die Kommissarin hat ihre Vorurteile mir gegenüber nie abgelegt.”

„Du hast Caroline geschlagen! Dabei kannst du froh sein dass nichts schlimmeres passiert ist! Da braucht du nichts anderes erwarten!”

„Ich mag sie, das kann sie nicht machen!”

„Aber sie hat es getan!”

„Es ist wohl das Beste wenn ich mich so schnell wie möglich von hier verzieh, hast du morgen früh Zeit?”

„Für dich immer! Wir gehen!” Er reichte ihm die Hand, als die Wohnungstür erneut auf ging. Diesmal war es Caroline.

„Nico läßt du uns bitte alleine Erik kommt gleich.”

„Ist gut!”

Stumm standen sie sich gegenüber und warten dabei eine gewisse Disztanze.

„Mein Vater kommt gleich wenn du nicht gehst!”

„Das von gestern, das ich dich geschlagen hab, … Das war nicht ich. Es tut mir so Leid!”

„Aber ich war gestern ich so wie ich es auch heute bin, verstehst du was ich dir sagen will. Wie lange wirst du weg sein?”

„Wenn ich meine Aussage in der Sache gemacht hab, etwas über ein Jahr?”

„Willst du wiederkommen?”

„Ja!”

„Warum?”

„Wegen dir… Sind wir Freunde?”

„Wann willst du los?”
„Morgen um sieben, Erst mal zu meinem Großvater bis zur Hauptverhandlung. Ich hab vorgeschrieben gekriegt mich die nächsten Zeit von der Schule fern zu halten . Danach bin ich weg früher oder später nichts mit Sommerkursen…”

„Auch von mir?”

„Du kannst mitkommen, wir reden mit deiner Mutter?”

„Nach der Sache von gestern hab ich meine Zweifel, es ist so ich mag dich noch immer sehr, aber im Moment ist es überhaupt nicht gut.”

„Nach der Aussage bin ich noch eine Woche hier bevor es los geht!”

„ Okay bis dann!” Carolines Augen sagten etwas anderes. Für Erik hießen diese letzten Worte das Caroline sich am nächsten Morgen verabschieden wollte, aber sie hatte schon am Vortag Abschied genommen.

Caroline kam nicht wie verabredet und auch zu Hause bei ihr war niemand zu erreichen. Für Erik bedeutete, dass nicht das Ende, dennoch hatte er mit Carolines Entschluss etwas verloren. Es war etwa gegen 7.00 Uhr. Jetzt wär es Zeit sich auf den Weg machen, ging es Erik im Kopf herum. Als Nicolas ihn aus seinen Träumen riss.

„Komm oder willst du den Zug verpassen !” Er nahm zwei von Erik´s Koffern und stiefelte die Treppe runter.

„Ja sofort !” Erik schwieg wieder, seine Familie würde ihm fehlen, aber die Zeit bei seinen Verwandten sollte ihn entspannen. Er nahm das Freundschaftsbild, was Ben, Nico, Steffi, Caroline und ihn zeigte und steckte es in seine verschlissene Jackentasche, die ihm mittlerweile fast zu klein schien. Das Foto war auf ihrer letzten gemeinsamen Klassenfahrt, vor ca. 4 Jahren entstanden. In dem Jahr hatte er sich den Arm gebrochen, die OP – Narbe war jetzt noch zu sehen. Sie hatten das Spaßbad besucht, das Kino und den Club, der später der „Zone” wich. Doch die Zeit war lange vorbei. Außer zu Nico hatte Erik keinen Kontakt mehr zu den anderen und er glaubte, dass es an ihm lag. Es war seine Schuld, weil er Spaß haben wollte und sie alle ausgeschlossen hatte. Mit langsamen, schlurfenden Schritten folgte er Nicolas. Die Küche war leer, wie so oft seit Jona vorübergehend ausgezogen war.

„Hey, Kleiner ! Es wird Zeit !” Nicolas war seit knapp zwei Wochen im Besitz eines von Mamis gesponserten Wagen und das wollte er natürlich ausnutzen. Er nahm Erik die Tasche ab, seinen Rucksack behielt er bei sich. Still verabschiedete Erik sich von zu Hause und stieg ins Auto.

„Meins du es ist wirklich eine gute Idee ?”

„Der schnelle Abschied ist immer der Schmerzloseste! Ich fahr zu meinen Opa bis die Hauptverhandlung ist und dann sitzt ich meine Strafzeit ab.” Nicolas verfrachtete die Sachen in den Kofferraum des blauen Renault und schloss die Klappe.

„Du hörst dich ja, wie eines dieser sentimentalen Weiber an !”

„Setz dich ins Auto!” Sie lachten was die angespannte Atmosphäre etwas lockerte. Dann fuhren sie los. Zwanzig Minuten später war es Nicolas der anfing.

„Du weißt, es ist sehr wichtig, dass du wieder gesund wirst!” Er sah konzentriert auf den entgegen kommenden Verkehr.

„Ich bin nicht krank !” Nervös spielte er mit seinen Fingern.

„Okay!…aber versprich mir…versprich mir, diese Chance zu nutzen!”

„Warum mach ich das hier wohl?” Er sah den Bahnhof näher kommen.

„Wann hast du zum letzten Mal gesagt, dass du jemanden liebst!”

„Ist das so wichtig! Ich mag dich, nun zufrieden? Aber nur weil du mein bester Freund bist!”

Und deine Mutter, Isabella!” Er bog auf einen Parkplatz, der mit allerlei Grünzeug bewachsen war.

„Mama, es ist lange her und Isabella, ich glaub sie hat Angst vor mir und wenn ich es sagen würde, es würde nichts ändern!”

„Ein Wort, da geb ich dir recht ändert nicht viel, aber es ist ein Anfang!”

„Ich vermiss dich schon jetzt!”

„Wir sehen uns, ich ja nicht aus dem Sinn.

Erik hatte den Zug bestiegen und für eine lange Zeit würden sie sich nicht mehr sehen. Nicolas drehte sich nochmals um, als der Zug losfuhr und am Morgenhimmel verschwand. Das was ihm durch den Kopf ging, hatte er ausgesprochen. Es war richtig so gewesen. Auf dem großen Hauptbahnhof war um diese Zeit reger Betrieb. Die Luft ist frisch unberührt, tief atmet er die Luft ein und macht sich auf zurück zu seinem Wagen.

Caroline wartete in der Zone, als Nicolas wenig später die kleine Holzhütte betrat.

„Hast du ihm den Brief gegeben?”
„Ja!”

„Was hat er gesagt?”

„Nichts, ich hab ihn in seine Tasche gesteckt, kann schon sein das er ihn gefunden hat.”

„Es war wichtig!”

„Dann hättest du heute morgen selbst mit ihm reden müssen.”

„Ich hatte Angst, wer weis schon wie sowas ausgeht?”

„Du kannst immer herkommen!” Er sah es in ihren Augen das sie jetzt einen Freund brauchte, jemand auf den sie zählen konnte. Tränen kullerten über ihre Wangen. „Auch wenn du nur jemanden zum Reden brauchst…” Caroline fand Nicolas immer seltsam, doch er war nett, eine Seite von ihm die ihr unbekannt war…

Suza hörte die Geräusche und die Stimmen, sie lag abgewandt von Jona im Bett und tat so als ob sie schliefe. Wenn er die Tür aufmachen würde, könnte sie Erik verzeihen, das war es was sie sich so sehr wünschte, ins Reine zu kommen. Minuten später stand sie am Fenster und sah den Wagen von Nicolas davon brausen. Jona stand hinter ihr.

„Ich möchte nicht nur eine Auszeit!” Er nahm sie in den Arm.

„Das kannst du nicht verlangen?”

„Ich bin ausgebrannt!”

“Wenn du jetzt gehst glaube ich nicht, das wir noch eine Zukunft haben?”

“Wir sehen was sich ergibt! …”

„Ist wohl das Beste. Vorerst?” Sie sah ihn an. Ja sie liebte ihn.

“Ich zieh aus… eine Wohnung habe ich schon…und …”

“Eine andere Frau …”

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