Im Schatten der Nacht ( 45/ger )
Das Zittern in der Stimme zeigte das er noch immer große Angst hatte.
„Was war denn?”
„Na was schon? Kannst du dir das nicht denken. Ich hab mich noch mehr erniedrigt gefühlt als jemals zuvor und da hab ich mich nicht nur Scheiße gefühlt. Ich wollte wirklich sterben. Ich weiß nicht, wenn er mir über den Weg läuft, hältst du mich für verrückt?”
„Ich werde dir immer glauben.”
„Sag das nicht, weißt du was Lüge oder Wahrheit ist? Kannst du das einschätzen?”
„So wie es sich jetzt anhört, … Wahrscheinlich nein!”
„Ganz recht.”
„Da ist noch etwas.”
„Eigentlich sollte ich es dir nicht sagen!” Da war dieser Ausdruck. Er war bereit zu gehen und er rang sich.
Natürlich als Ronny ihm, am Morgen über den Weg lief, ging sie stumm aneinander vorbei. Erik packte es nicht nachdem er Caroline verabschiedete, ging er nicht in seine neue Klasse, sondern fuhr einfach weg. Diesen Tag an dem Ronny zurück in die Schule kam verbrachte Erik in der Zone. Ronny hatte noch immer Probleme mit dem Gehen. Er hing mit seinen Kumpeln zusammen und war bedächtig still. Einige fanden es gut das er mal welche auf´s Maul gekriegt hatte, andere hielten sich raus.
Thorsten Franka unterhielt sich kurz mit Caroline wo Erik sei. Nach einiger Zeit gab sie dann auf und sie fuhren am Nachmittag zur Zone. Es war sehr heiss, leise summte Musik durch die Luft. Die Tür stand offen und sie betraten die Hütte. Erik rührte rote Farbe an um der Küchenabteilung passenden Glanz erteilen und er war am an Pinseln der Amaturen.
„Erik?”
„Oh – hallo, das hab ich nun nich erwartet. Wie komm ich zu der Ehre.” Er bemühte sich nicht hoch, strich ruhig weiter.
„Ich habe dich heute im Unterricht vermisst.”
„Ich hatte Bauchschmerzen, och is mir schlecht.”
„Deine neue Klasse gefällt dir nicht?”
„Hab ich mich beklagt?” Er wischte die Hände am Unterhemd ab, mit einem bösen Blick sah er zu Caroline und mühte sich nun doch aufzustehen.
„Du kriegst Ärger wenn du so weiter machst! Ich weis das du drauf pfeifst was deine Eltern sagen. Ja oft genug haben wir uns die letzten Wochen schließlich unterhalten. Dieses Jahr wirst du vielleicht gerade noch so durchkommen, aber im nächsten… du wirst das Jahr wiederholen müssen…”
„Das Hör ich von jedem und es steht mir bis hier!”
„Es dreht sich nun mal um dich!”Erik blickte Franka misstrauisch an, wünschte ein vier Augen Gespräch mit ihr.
„Caro komm mal! … Gleich!” In einem Befehlston.
„Bist du jetzt sauer auf mich?“ Caroline hielt Abstand. In letzter Zeit war Erik so unberechenbar, das sie ihn nicht mehr einschätzen konnte.
„Sicher bin ich sauer. Was schleppst du den hier an. Und ob ich sauer bin Süße!“
„Mit ihm kannst reden ohne gleich Ärger zu kriegen. Außerdem hat der nicht locker gelassen.“
„Das der okay ist weis ich doch… trotzdem manches hat keinen zu interessieren.“
„Hast du dich ab geregt?“ Sie wollte sich nichts gefallen lassen und lies ihn nicht aus den Augen.
„Nein!“
„Lass deine Fassadenspiele!“ Es beruhte Erik zu sehen das sie ihm doch irgendwie hörig war, und doch ich eigene Meinung vertreten konnte. „Eine Überraschung, was wollen sie?“
„Ich hatte Caroline unter Druck gesetzt, mach ihr keine Vorwürfe.“
„Ist alles geklärt! Setzen sie sich für jeden so ein?“
„Wir kennen uns lange genug.“
„So viele Menschen haben mir in letzter Zeit gesagt was für mich das Beste ist!“
„Was möchtest du?“
„Nur eine Nacht ohne schlimme Träume!“
„Von Anfang an haben wir vermutet das mehr hinter deinem Verschwinden gesteckt hat.“
„Oh toll wir?“Er warf den Pinsel in den Farbtopf.
„Direktorin Luscé und ich wir haben uns mit deinen Eltern unterhalten!“
„Klar. Und jetzt sonnen sie sich in meinen besonderen Ruhm. Ich komm nicht mehr zur Schule und sie können mich nicht zwingen.“
„So einfach lässt du dich unter buttern? Ronny wird nicht aufhören, denn das wird sich auch wider legen.“
„Wer sagt, das es wegen diesem Kretine ist? Ich hab nur keine Luft, Sinnbildlich! Verstehen sie?”
„Und deswegen hast du mit dem Sport aufgehört?”
„Es hat nicht gereicht. Dadurch das sie mich bestrafen wird’s nicht besser, das war mein Ernst letztens. Wenn er mir noch einmal über den Weg läuft ist er tot! Ich hab im Moment andere, Wichtigere Dinge zu tun die mich beschäftigen.“ Er wischte sich die rotbraune Farbe von den Händen.
„Oh ich sehe und nur weil du unbedingt ein paar Wände streichen mußt, willst riskierst du dann Gefängnis!“
„Mit dem einen hat das andere nicht zu tun. Nur um eins klar zu stellen davor hab ich keine Angst.“ Die hatte er wirklich nicht und im Hinblick auf die jüngste Vergangenheit gab es auch andere Auswege.
„Ist dir nicht mal der Gedanke gekommen das Beste aus deiner Situation zu machen, stattdessen bist du bemüht dich immer mehr in die Scheiße zu reiten.“
„Ausgerechnet sie wollen mir helfen? Haben sie nicht genug zu tun?“
„Ich will nur das du eine Chance kriegst!“
„Da ist nix für sie drin?“
„Ja. Nicht eine Kleinigkeit. Wir haben entschieden das es besser ist wenn du nicht nur den Rest diesen Jahres , sondern auch nächstes Jahr in die Parralelleklasse gehst und es wäre schön wenn du dich die letzten Wochen auch dran hältst… denn sonst wirst du nicht versetzt.” Er gab Erik die Chance es sich durch den Kopf gehen zu lassen.
„Ach vergessen sie es, ich komm schon klar!“ Er spielte den Unzugänglichen.
„Kommst du zur Schule?“
„Es sind nicht mehr viele Wochen, fällt doch nicht auf wenn ich da fehle!“
„Aber du hast keinen großen Spielraum mehr, denk dran!“
„Ich hab echt andere Sachen im Kopf!“
„Erik? Wenn du mit dem Stoff nicht nachkommst, Frau Luscé hat sich auch angeboten dir zu helfen.“
„Was ist? Die Direx persönlich?“ Er zeigte kein Intresse.
„Uns liegt was an dir? Wie auch deine Eltern!”
„Hey, komm nicht noch mal bei mir an!“ Warum mischte Caroline sich nur ein: „Du gehst mir am Arsch vorbei!“ Sie wollte das Beste, dabei steckte sie mit allen unter einer Decke.
„Später ich melde mich später okay? Heute Abend!”
„Mir reicht es wenn du zum Unterricht kommst! … Denk drüber nach”
„Wenn du dich gefangen hast…”
„Jaja!” Es war eindeutig zweideutig.
„Caroline wir gehen besser!“
„Viel Spaß noch FREUND!“ Caroline wollte nur sein Bestes und es hatte sich ja auch gut angehört. Aber es war etwas anderes in der Praxis. Sie waren ein Paar, das bedeutete mehr. Man sah Erik an das er nicht über seinen Schatten springen konnte, obwohl er es gern getan hätte. Fast war es wie früher, es schien eine Ewigkeit her zu sein. Caroline suchte, spät in der Nacht, in der „Zone” nach den Briefen, fand aber nur den blauen Sportschuhkarton vor dem Kamin. Dieser war leer, nichts wurde verbrannt, so ging die Durchsuchung weiter. Nachdem einige Zeit vergangen war, kam ihr in den Sinn das der Kamin defekt war und sie sah ihn sich genauer an. Neben den Briefen fand sie einige Fotos und das kaputte Videoband.